Historie der S-Bahn Hannover

Bereits in den 1960er Jahren gab es in Hannover Pläne, das hannoversche Nahverkehrsnetz auszubauen und eine S-Bahn zu schaffen. Aus diesen Überlegungen entwickelte sich zunächst die City Bahn...

DB AG/Fotograf: Bernd Gramsch ©

Die City Bahn - Vorläufer der heutigen S-Bahn

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Die Linien, die als CityBahn fuhren, waren Hannover-Weetzen-Haste und Hannover-Weetzen-Hameln/Bad Pyrmont. Eröffnungsfahrt war am 27. Mai 1989 mit einem Bahnhofsfesten in Barsinghausen und Springe.

Erstmalig wurde hier ein konsequenter 1-Stunden-Takt über den ganzen Tag eingeführt, für den Berufsverkehr wurden Zwischenlagen eingeschert, so dass ein angenäherter 30-Minuten-Takt entstand.

Zum Einsatz gelangten umgebaute, redesignte "Silberlinge". Insgesamt wurden dafür 78 Reisezugwagen im damaligen Ausbesserungswerk Hannover-Leinhausen umgebaut. Die Kosten für den Umbau betrugen 5,6 Mio. DM, die allein vom damaligen Zweckverband Großraum Hannover getragen wurden.

Ausbau des Nahverkehrsnetzes, barrierefreie Stationen und neue Fahrzeuge

Nachdem Hannover im Jahr 1990 den Zuschlag zur Expo 2000 erhalten hatte, wurde der ursprünglich für einen späteren Zeitpunkt vorgesehene Ausbau vorgezogen. Im Rahmen der Schaffung der S-Bahn wurde das Nahverkehrsnetz erheblich ausgebaut. So wurden an diversen zusätzliche Gleise verlegt oder bisherige Streckenabschnitte elektrifiziert oder erneuert. Alle Stationen wurden auf S-Bahn-Standard gebracht. Hierzu gehörten nicht nur Notrufsäulen und neue Wetterschutzhäuschen, sondern vor allem die Anhebung der Bahnsteige um einen barrierefreien Einstieg zu ermöglichen. So wurde Hannover eines der ersten S-Bahn-Systeme, welches einen barrierefreien Zugang an allen Bahnhöfen und in den Zug ermöglicht (es gibt lediglich eine Station, an der ein Bahnsteig nicht barrierefrei zu erreichen ist). Darüber hinaus wurden viele Stationen, z.B. Hannover Nordstadt, neu eröffnet. Auch der Flughafen Hannover erhielt erstmals einen Bahnanschluss, der den mühsamen Bustransfer ablöste. Zum Start der S-Bahn wurden neue Fahrzeuge angeschafft. So fahren auf dem Netz der S-Bahn Hannover moderne ET 424 und 425.

Die S-Bahn Hannover nahm pünktlich zur Expo 2000 ihren Betrieb auf

Am 28. Mai 2000 war es dann endlich soweit. Die S-Bahn Hannover nahm nach langen Vorbereitungen wenige Tage vor der Expo ihren Betrieb auf. Jedoch fuhr die S-Bahn nicht so, wie wir Sie heute kennen. Zunächst einmal konnten die für die neue S-Bahn beschafften Fahrzeuge aufgrund von Zulassungsproblemen beim Eisenbahnbundesamt nicht wie geplant zu Einsatz kommen. Daher stellte der Freistaat Bayern eine Flotte von ET 423 (einer Schwesterbaureihe der in Hannover zum Einsatz kommenden Fahrzeuge), die eigentlich für die S-Bahn München vorgesehen waren und nach der Expo 2000 auch dort zum Einsatz kamen. Darüber hinaus war die Linienführung zwischen Mai und November 2000 etwas anders als heute. Alle fünf Linien endeten in Hannover Messe/Laatzen.

Nach Ende der Expo wurde am 5. November 2000 der reguläre Betrieb aufgenommen und Hannover Messe/Laatzen nicht mehr als Bahnhof im regulären Verkehr angefahren. Im Normalverkehr wurden 5 Linien bedient. Bei Großmessen kam noch die S6 hinzu, die den Flughafen mit Hannover- Messe/Laatzen verbindet.

Die Erfolgsgeschicht der S-Bahn Hannover

Die Entscheidung für die Expo 2000 in Hannover gab den Ausschlag für den Bau einer S-Bahn. Seitdem wird bei der S-Bahn Hannover Erfolgsgeschichte geschrieben. Die Fahrgastzahlen stiegen von 18,34 Millionen im Jahr 2001 auf 29,224 Millionen im Jahr 2009. Die Erweiterung der S-Bahn nach Hildesheim im Dezember 2008 mit zwei neuen Linien trug weiterhin zu diesem Erfolg bei. Hier konnten Fahrgaststeigerungen von bis zu 70 Prozent verzeichnet werden.
Ein Beispiel für die Attraktivitätssteigerung im Nahverkehr ist die S-Bahnstation Langenhagen-Kaltenweide. Hier konnte die Fahrgastzahl mit Inbetriebnahme der S-Bahn von täglich 49 auf über 1500 gesteigert werden. Hier haben das Land Niedersachsen, die Region Hannover, die Stadt Langenhagen und die Verkehrsunternehmen optimal zusammen gearbeitet.

Heute umfasst das Gleisnetz der S-Bahn Hannover eine Länge von 385 Kilometern, davon sind 63 Kilometer reine S-Bahngleise. 74 Verkehrsstationen werden verteilt auf sieben Linien mit 394 Zugfahrten täglich bedient. Hierfür stehen insgesamt 59 Fahrzeuge zur Verfügung. Eine Pünktlichkeit von 97 Prozent ist ein Baustein in der Kundenzufriedenheit. Hier nimmt die S-Bahn Hannover laut INFAS-Befragung seit der Inbetriebnahme vor zehn Jahren einen Spitzenplatz ein.